Projekt Gerichtsnahe Mediation in Niedersachsen

Alternative Streitbeilegungsformen und insbesondere Mediation haben in den letzten Jahren zunehmend Beachtung und Bedeutung gefunden. Gegenüber den normalen streitigen gerichtlichen Verfahren werden der Mediation zahlreiche Vorteile, insbesondere Kosten- und Zeitersparnisse, Vertraulichkeit, Flexibilität der Verhandlungen und des Ergebnisses sowie Akzeptanz des Ergebnisses durch alle Beteiligten, zugeschrieben.

Mit dem auf drei Jahre angelegten Modellprojekt "Gerichtsnahe Mediation in Niedersachsen" wird seit dem 1. März 2002 erkundet, ob und unter welchen Voraussetzungen es sinnvoll ist, die Mediation als (kostengünstige) Alternative zum gerichtlichen Verfahren in das Angebotsspektrum der Justiz aufzunehmen. An sechs Modellgerichten soll Rechtssuchenden auch dann, wenn ein gerichtliches Verfahren bereits eingeleitet wurde, die Möglichkeit eröffnet werden, ihren Konflikt mit Hilfe eines Richter-Mediators einvernehmlich zu lösen.

Das Modellprojekt wird seit dem 1. Februar 2003 von zwei Forschergruppen begleitet. Mit Hilfe der wissenschaftlichen Begleitforschung soll den politischen Handlungsträgern bei Projektende im Herbst 2005 in Abwägung aller Projektziele eine gesicherte Grundlage für die zu treffende Entscheidung über eine mögliche Implementation gerichtsnaher Mediation an niedersächsischen Gerichten an die Hand gegeben werden .

Im Rahmen der juristisch-ökonomischen Begleitforschung unseres Lehrstuhls soll u.a. geklärt werden, ob und unter welchen prozessualen und strukturellen Rahmenbedingungen gerichtsnahe Mediation eine sinnvolle, kostengünstige und akzeptierte Alternative zur kontradiktorischen Streitbewältigung darstellen kann bzw. welche Rahmenbedingungen dazu gegebenenfalls geändert werden müssen.

Die sozialwissenschaftliche Begleitforschung des arpos Instituts e.V. Hannover erarbeitet mit Hilfe qualitativer und quantitativer Evaluationsmethoden Kriterien zur Qualitätssicherung der gerichtsnahen Mediationspraxis (z.B. Falleignungskriterien, Ausbildungskriterien für die Mediatoren und Fallmanager...).